🌊 Tauchpumpen: Die Alleskönner unter Wasser – von Klarwasser bis Schmutzwasser
Tauchpumpen sind unverzichtbare Helfer, sobald Wasser schnell und effizient aus einer tiefer gelegenen Quelle gefördert oder abgepumpt werden muss. Im Gegensatz zu oberirdischen Pumpen arbeiten sie direkt unter der Wasseroberfläche, was sie besonders leise und effizient macht.
Dieser Ratgeber führt Sie durch die verschiedenen Typen von Tauchpumpen, ihre spezifischen Einsatzgebiete und die entscheidenden Kaufkriterien.
1. Was ist eine Tauchpumpe?
Eine Tauchpumpe (oder Unterwasserpumpe) ist eine Pumpe, deren Motor und Pumpengehäuse wasserdicht versiegelt sind, sodass sie vollständig in die zu fördernde Flüssigkeit eingetaucht werden kann.
⚙️ Funktionsweise
Die Pumpe wird über eine Leine oder ein Seil in die Flüssigkeit abgesenkt. Sie saugt das Wasser durch eine Öffnung am Boden (oder in der Mitte) an und drückt es über einen angeschlossenen Druckschlauch nach oben. Da das umgebende Wasser den Motor kühlt, sind Tauchpumpen ideal für lange Laufzeiten geeignet.
2. Die drei Haupttypen von Tauchpumpen
Tauchpumpen werden primär nach der Art der zu fördernden Flüssigkeit unterschieden.
A. Klarwasser-Tauchpumpen
Diese Pumpen sind für das Fördern von relativ sauberem Wasser ohne größere Feststoffe konzipiert.
- Einsatzgebiet: Entleeren von Pools, Regentonnen, vollgelaufenen Kellern (nach Leckagen), Auspumpen von Zisternen mit sauberem Wasser.
- Wichtige Eigenschaft: Sie verfügen oft über eine Flachsauganforderung, d.h., sie können das Wasser bis auf wenige Millimeter Restwasserstand (manchmal unter 1 mm) abpumpen, was ideal für die Trockenlegung von Flächen ist.
- Partikelgröße: Meist nur für Feststoffe bis 5 mm Korngröße zugelassen.
B. Schmutzwasser-Tauchpumpen
Diese Modelle sind robust gebaut und speziell für Flüssigkeiten mit hohen Anteilen an Schmutz, Sand, Schlamm oder anderen Feststoffen geeignet.
- Einsatzgebiet: Entwässerung von Baugruben, Beseitigung von Hochwasserschäden, Abpumpen von Teichschlamm oder stark verschmutzten Kellern.
- Wichtige Eigenschaft: Sie besitzen einen größeren Durchlass für Feststoffe (Korngröße oft 10 bis 50 mm) und sind mit einem robusten Pumpenrad (Laufrad) ausgestattet, das nicht so leicht verstopft.
- Fördermenge: Oft höhere Fördermengen als Klarwasserpumpen, aber geringerer Druck.
C. Tauchdruckpumpen (Tiefbrunnenpumpen)
Während die ersten beiden Typen hauptsächlich „entleeren“, dienen Tauchdruckpumpen der dauerhaften Wasserförderung aus großen Tiefen oder Brunnen.
- Einsatzgebiet: Versorgung eines Hauswasserwerks, Bewässerung großer Gärten aus tiefen Brunnen oder Zisternen.
- Wichtige Eigenschaft: Sie arbeiten mit mehreren Pumpenstufen (wie eine Kreiselpumpe), um einen extrem hohen Druck (Förderhöhe) zu erzeugen, der auch aus 50 Meter Tiefe noch einen Sprinkler antreiben kann.
- Bauweise: Sehr schlank, oft aus Edelstahl gefertigt, um in schmale Brunnenrohre zu passen.
3. Die entscheidenden Kaufkriterien
Unabhängig vom Typ gibt es allgemeine Kennzahlen, die Sie vor dem Kauf prüfen sollten:
A. Förderleistung und -höhe
- Fördermenge (l/h oder m3/h): Wie schnell soll das Wasser abgepumpt werden? (Kellerentleerung → hohe Menge; Gartenbewässerung → ausgewogen).
- Max. Förderhöhe (m): Der Höhenunterschied zwischen Pumpe und Auslaufstelle. Bei tiefen Brunnen oder hohen Steigungen unverzichtbar.
B. Feststoffgröße (Korngröße)
- Maßgeblich für Schmutzwasser: Stellen Sie sicher, dass die angegebene Partikelgröße (z.B. ∅30 mm) größer ist als die erwarteten Feststoffe im Wasser. Ist der Durchlass zu klein, verstopft die Pumpe.
C. Steuerung und Schaltautomatik
- Schwimmerschalter: Der häufigste Mechanismus. Er schaltet die Pumpe automatisch ein, wenn der Wasserstand steigt, und aus, wenn er fällt.
- Tipp: Achten Sie auf einen flexiblen oder arretierbaren Schwimmer, um den minimalen und maximalen Schaltpunkt präzise einstellen zu können.
- Elektronische Steuerung: Bei einigen Klarwasserpumpen wird der Füllstand über Sensoren gesteuert, was noch präzisere Schaltpunkte ermöglicht und weniger Platz beansprucht.
D. Material und Bauqualität
- Gehäuse: Sollte korrosionsbeständig sein. Hochwertige Modelle nutzen Edelstahl oder glasfaserverstärkten Kunststoff.
- Motor: Achten Sie auf einen thermischen Überlastschutz, der den Motor bei zu heißem Betrieb automatisch abschaltet.
4. Wichtige Tipps zur Anwendung und Wartung
- Nicht im Schlamm absetzen: Stellen Sie Schmutzwasserpumpen idealerweise auf einen Stein oder ein Gitter im Boden der Grube. Das verhindert, dass sie direkt Schlamm ansaugen, was den Motor überlastet und die Lebensdauer verkürzt.
- Kabel und Seil sichern: Befestigen Sie die Pumpe immer am dafür vorgesehenen Befestigungsauge (Seil oder Kette), nicht am Stromkabel.
- Trockenlauf vermeiden: Bei allen Pumpen, die zur Kühlung auf das umgebende Wasser angewiesen sind (außer bei speziellen, dafür vorgesehenen Modellen), führt ein Trockenlauf schnell zur Überhitzung und zum Schaden der Gleitringdichtung. Der Schwimmerschalter ist Ihr wichtigster Schutz!
- Reinigung: Nach dem Einsatz in verschmutztem Wasser sollte die Pumpe kurz in einem Eimer mit sauberem Wasser gespült werden.
Tauchpumpen sind damit die ideale Lösung für alle temporären oder dauerhaften Anwendungen, bei denen Wasser von einem tieferen Punkt effizient gefördert werden muss – von der Notentwässerung bis zur autarken Wasserversorgung.