Ein Hauswasserwerk (HWW) ist weit mehr als nur eine Pumpe – es ist eine komplette, automatische Anlage zur effizienten Nutzung von Brauchwasser in Haus und Garten. Es sorgt dafür, dass Regenwasser aus der Zisterne oder Grundwasser aus dem Brunnen automatisch und druckgeregelt zur Toilettenspülung, Waschmaschine oder Gartenbewässerung zur Verfügung steht.
Dieser Artikel beleuchtet die Funktionsweise, die entscheidenden Vorteile und die Auswahlkriterien für das perfekte Hauswasserwerk.
Was ist ein Hauswasserwerk und wie funktioniert es?
Ein Hauswasserwerk ist die Kombination aus drei wesentlichen Komponenten, die intelligent zusammenarbeiten:
A. Die Pumpe
Meist eine Kreiselpumpe, die Wasser aus der Quelle ansaugt und in den Druckbehälter fördert. Moderne HWW nutzen oft mehrstufige Pumpen für eine höhere Effizienz und weniger Lärm.
B. Der Druckbehälter (Membrankessel)
Dies ist der namensgebende Kessel, der meist rot oder blau ist. Er enthält eine flexible Membrane, die Wasser und ein Luftpolster (oder Gaspolster) voneinander trennt.
- Funktion: Das Wasser wird in den Behälter gepumpt und komprimiert dabei das Luftpolster. Dies speichert Energie. Bei geringer Wasserentnahme (z.B. kurz Händewaschen) wird das gespeicherte Wasser durch den Druck des Luftpolsters herausgedrückt, ohne dass die Pumpe anspringen muss.
C. Der Druckschalter
Dieses Steuerungselement überwacht den Druck im Kessel.
- Funktion: Fällt der Druck durch Wasserentnahme unter einen voreingestellten Einschaltdruck, startet der Schalter die Pumpe. Sobald der voreingestellte Ausschaltdruck erreicht ist, schaltet die Pumpe wieder ab.
Die entscheidenden Vorteile eines Hauswasserwerks
Ein HWW bietet gegenüber einer reinen Gartenpumpe erhebliche Mehrwerte:
- Automatischer Betrieb: Das wichtigste Feature. Das System arbeitet vollautomatisch, ohne dass die Pumpe manuell ein- oder ausgeschaltet werden muss.
- Schonung der Pumpe: Da kleinere Entnahmen aus dem Puffer (Druckbehälter) bedient werden, muss die Pumpe weniger häufig an- und ausschalten. Dies reduziert den Verschleiß und verlängert die Lebensdauer.
- Konstanter Druck: Der Druckbehälter sorgt für einen stabileren und gleichmäßigeren Wasserdruck im Leitungssystem.
- Energieeffizienz: Die verringerte Anzahl von Start-Stopp-Zyklen spart Energie. Ein Pumpenstart ist oft der energieintensivste Moment.
Die Wahl des richtigen Hauswasserwerks
Bei der Auswahl des passenden HWW sind insbesondere die Dimensionierung des Behälters und die Leistung der Pumpe wichtig.
A. Kesselgröße (Volumen des Druckbehälters)
Das Kesselvolumen (typischerweise 20 bis 100 Liter) bestimmt, wie viel Wasser entnommen werden kann, bevor die Pumpe anspringt.
- Kleiner Kessel (20-25 Liter): Geeignet für reine Gartenbewässerung oder sehr geringe Brauchwassernutzung. Die Pumpe schaltet häufiger.
- Großer Kessel (50 Liter und mehr): Ideal für die Versorgung von Waschmaschine, Toiletten und Garten. Die Pumpe schaltet seltener, was komfortabler und langlebiger ist.
B. Förderleistung und Druck
Die benötigte Leistung hängt von der gewünschten maximalen Förderhöhe und der maximalen Fördermenge aller gleichzeitig genutzten Entnahmestellen ab.
- Faustformel für den Druck: Rechnen Sie ca. 1 Bar für je 10 Meter Höhenunterschied + den gewünschten Betriebsdruck an der Entnahmestelle (2−3 Bar für Sprinkler).
- Beispiel: Höchster Punkt im Haus 15 m über dem HWW ⟹ 1,5 Bar (Höhe) +2 Bar (Betrieb) ≈3,5 Bar Mindestdruck. Das HWW sollte einen Ausschaltdruck von mindestens 4 Bar bieten.
C. Materialien und Qualität
Da das HWW oft im Keller installiert wird und über Jahre laufen soll, achten Sie auf hochwertige Materialien:
- Korrosionsbeständigkeit: Pumpengehäuse und Welle aus Edelstahl oder robustem Kunststoff sind ideal.
- Membran: Hochwertiges EPDM- oder Butylkautschuk garantiert eine lange Lebensdauer der Membran.
Hauswasserwerk vs. Hauswasserautomat (Inverter-Technologie)
Neben dem klassischen Hauswasserwerk gibt es moderne Alternativen:
| Merkmal | Hauswasserwerk (HWW) | Hauswasserautomat (HWA) |
| Druckregelung | Durch Kessel und Druckschalter (schaltet hart ein/aus). | Durch Elektronik/Flow-Sensor (Inverter-Technologie möglich). |
| Puffer | Großer Kessel speichert Wasser. | Kein oder sehr kleiner Kessel (dient nur als Puffer). |
| Vorteil | Bewährte Technik, geringere Anschaffungskosten, wenige Schaltzyklen bei geringer Entnahme. | Kompakte Bauweise, sehr konstanter Druck, sanfteres Anlaufen der Pumpe (Drehzahlregelung). |
| Nachteil | Großer Platzbedarf, Druck schwankt leicht zwischen Ein- und Ausschaltdruck. | Höherer Preis, eventuell häufigeres Schalten des Motors. |
Wartung und Sicherheit
Um eine lange und sichere Funktion zu gewährleisten, sind zwei Wartungsarbeiten entscheidend:
- Vordruck prüfen: Der Luftdruck im Druckbehälter sollte regelmäßig (etwa alle 6-12 Monate) im drucklosen Zustand (Wasser abgelassen) mit einer Luftpumpe geprüft und korrigiert werden. Er sollte etwas unter dem Einschaltdruck liegen.
- Trockenlaufschutz: Achten Sie auf eine Pumpe mit integriertem oder nachrüstbarem Trockenlaufschutz, der die Pumpe sofort abschaltet, wenn die Wasserquelle leer ist.
Mit dem richtigen Hauswasserwerk schaffen Sie eine zuverlässige und umweltfreundliche Brauchwasserversorgung für Ihr Zuhause in Österreich.